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7 Tage einer Reise durch Venezuela (von Herbert Eder)

Operation Anakonda und zum Nachtisch ein bisschen Hölle

Vorweg uns geht es gut, sehr, sehr gut!!!!
Merida 6.00 Uhr früh – es ist kühl auf 1500 m –warten auf unser Fahrzeug -Toyota Landcruiser kommt und wird beladen – dicke Plane als Regenschutz – Abfahrt zusammen mit zwei netten Belgiern die Anden Straße hinauf - durch Dörfer – an Kartoffelfeldern vorbei – 70% Kartoffeln aus Venezuela von hier – hinauf auf 3600 m – schöne grüne Lagune – seltene Pflanzen – Nebel eisig kalt – vom Hochland Kurvenreich hinab – erst Gras – dann Gebüsch – dann Dschungel – und unten im Flachland – den Los Llanos – der weiten Gras Steppe – endlich wir kommen zur Begrüßung schon bald wunderschön grüne , wunderschön giftige Schlange – windet sich langsam, für Kamera zu schnell über die Straße – Wolkenbruch kurz aber heftig –einkaufen von Lebensmitteln und Wasser – weiter immer geradeaus in den Süden – bald nur noch Gras und viel, viel Wasser – Schreie oder Gekreische – zumindest hört es unser Guide / Begleiter – wir bleiben stehen – Riesenstern spielen im Wasser – schon jetzt wissen wir uns Guide ist gut es wird schon Nachmittag

es geht weiter – Straßen werden enger und holpriger – schwarze Wolken bauen sich auf – es wird dunkel – nächster heftiger Tropenregen – wir biegen ab –Lehm Straße – Morast –Dreck spritzt –Räder drehen durch – schon 12 Stunden unterwegs – vor uns ein Toyota mit schlechtem Fahrer der steckt , wir mit gutem Fahrer ziehen ihn raus – Pfad immer schlechter – bald selbst Schwierigkeiten – es ist Nacht und Stockdunkel – am Horizont ein Licht – endlich die Ranch/ ein Hato – Hütte wird zugeteilt – wir tasten uns durch die Dunkelheit hinaus – Achtung riesige grausige Kröten sind verstreut auf dem Weg zur Hütte – Unterkunft sehr fein – mit gemauerten Wänden – dann Maschendraht – und Blechdach – drinnen Betonboden- vier Stahlrohrbetten – ein in der Ecke einsam stehender Ventilator – kein Moskitonetz – Anna hat für sich eins dabei –ich werde es montieren – draußen das Konzert der Nachtaktiven –das Getrampel der Viecher auf dem Blechdach – und das Gewusel in allen Ecken und Enden – zur Betäubung gibt es Rum für Anna – ich trink ein bar Bier – und Mauricio Wasser – zum Abendessen kochen die Ranch Frauen Nudel mit Fleischsauce – dann duschen unter dünnem Wasserstrahl – dann rein ins Stahlrohrbett – Tagwache – Gezirpe – Geschrei – Geplärre – der Ruf der Wildnis – mit Boot geht’s raus durchs Sumpfgebiet und seine Kanäle – erster riesiger grüner Leguan – bald folgen die nächsten – es ist unglaublich – Vögel überall – von Raubvögel -Storche – Reiher- Papageien – große, kleine – Wasservögel – Baumvögel – und andere Vögel – sogar ein Löffler mit Löffelartigem Schnabel – super unser erster – dann noch der Hoazin – wie ein Uhrzeitvogel mit Krallen unter den Flügeln – Schildkröten sonnen auf schwimmenden Hölzern – Kaimane hoffen um sonst das einer von uns ins Wasser fliegt – sensationell spielen Süßwasser Delfine rund um unser Boot – sind die einzigen die vor und zurück schwimmen können um nicht im Unterholz stecken zu bleiben – dann sind da noch die Wasserschweine – dumm und sehr nett drein schauend – Riesenschnecken – und immer wieder Leguane – zurück zur Ranch – Essen – Pause –und wieder raus – mit dem Auto hinaus in die Weite

Rancher und Guide steigen ins sumpfige Gras –mit Stöcken stapfen Sie dahin –die Suche nach der Anakonda im sumpfigen Grasland bis zum Horizont beginnt – wie soll das gehen – plötzlich schreit der Guide – Anakonda, Anakonda – meine Flip-Flop fliegen weit aus – schon bin ich im Gatsch, Matsch – beweg mich durch den Dreck zur Schlange hin – Anna und Mauricio folgen schnell – höre noch von Anna scheiße, scheiße wie Ihr der erste Dreck zwischen den Zehen rausquillt – es ist ein Wahnsinn – ein absoluter Wahnsinn –4.5 oder 5 m wird Sie haben – langsam bewege ich mich mit der Kamera auf Ihren Kopf zu – Sie ist ruhig – plötzlich schnell – Sie kommt an mir vorbei – die Kamera liegt auf Ihrem Rücken – es ist unglaublich – Mauricio packt Sie am Schwanz – dann auch Anna – sie merken die Brutalität Ihrer Muskeln – wir würden ewig bleiben aber wir müssen weiter – ewig schade – rein in den Toyota – zum Piranha fischen einige Meter weiter raus – die Angelschnur wird ausgelegt –schon kommt der nächste Schrei – Ameisenbär – kreuzt die Straße – rennt ins Grasland – doch Guide und Rancher treiben Ihn zurück – es ist unglaublich –dieses außergewöhnliche, agile, starke und doch komisch aussehende Tier, mit seiner so ewig langen Nase so nahe an uns vorbeilaufen zu sehen – Anna, Mauricio und alle anderen fangen noch viele Piranhas – bei der Rückfahrt weitere Wasserschweine, Kaimane, Leguane und Vögel - dann Abendessen mit unseren Piranhas und seinen vielen Gräten, Rum und Bier - das war’s

neuer Tag- Steppentag – Rancher Tag – Pferdetag – das auch noch – die Pferde warten schon – schöne große Tiere – weite Wildnis- wilder Ritt – anschließend ist alles kaputt – der Arsch ist offen und blutig – die Füße von den Steigbügeln offen und blutig – ein wilder Muskelkater macht sich bemerkbar – von Moskitos, Sandflöhen und Wanzen sind wir so und so schon lange aufgefressen und zerstochen – so geht es zurück Richtung Berge übersäht von kleinen und großen schwarzen Punkten und Flecken, von Schrammen und Wunden – Vollgas geradeaus – noch ein Jaguar tot auf der Straße – zu schnell zum bremsen –eine weitere Unterkunft wartet – Gebirgsfluss, Dschungel, 20 bis 30 cm große Riesen-Kakerlaken – Pfuiteufel – gutes Essen – gute Nacht – nächster Tag noch Rafting – eineinhalb Stunden den Fluss hinab – für uns das erste Mal – witzig, spannend , nass – ideal für unseren Arsch, Muskelkater und anderen Verletzungen – es kommen weitere dazu – wir rafften vorbei an Kingfishern, Tucanen und anderen Getier – wenig Zeit zum Schauen – das war’s –zurück zum Camp – Sachen trocknen –Abfahrt – rauf auf denselben eiskalten Pass in 3600 m – Nachts zurück in Merida – nächster Tag nehmen wir den Bus in den Norden – für uns ganz normal – an den größten See und die größte Brücke Südamerikas – in die Stadt Maracaibo mit seinen Lumpen, Gaunern und Verbrechern – vom Busbahnhof direkt ins Hotel – Hotel Caribe – ein klingender Name – doch schon der Eingang, eigenartig und suspekt – der Aufgang umso mehr – Mauricio öffnet die Zimmertür – na Ja – alles gekachelt, eine kaputte Kommode, ein kleiner Fernseher eingesperrt in kleinem Holzkasten – ich suche Nachrichten – BBC oder CNN oder so was – na schau da kommt nur Porno – Mauricio zur selben Zeit im “Bad “ - noch Fusspuren von den Vorgängern – Schamhaare auf der alten Seife- wenigstens kaltes Wasser – gehen zum Restaurant im Hotel – werden gefilzt wie Verbrecher – Restaurant ist auch Diskothek und auch alles andere – wir schlafen nicht gut – schreien und stöhnen hallt durchs Haus- so geht es schon sehr frúh weiter die Karibikküste entlang nach Coro

bekannte und renovierte Altstadt – Halbinsel mit Sanddünen und Wildeseln – gute Erholung für zwei Tage – dann Bus nach Maracai mit seinem National Park – Henry Pettier – und dem Dorf Puerto Colombia – eine wilde Straße von Maracai über die Berge zur Küste – ein zwei Stunden Höllenritt - ein überdimensionaler uralt Blech Bus – Sitze viel zu eng – Rucksäcke und alles andere auch noch reingestopft – warten auf Start – es ist heiß – der Schweiß rinnt – endlich der Motor heult auf – das Monstrum erzittert und rollt aus der Stadt – hinein in die Berge – in den Dschungel – in die Bambuswälder – nun gibt er Vollgas so gut es geht – ein einzigartiges Schauspiel – Höllenkurven hoch hinauf – ein bar Kurven erst beim dritten Anlauf – Höllenlaute Musik aus den Boxen – Bremsen die erbärmlich stinken – Auspuffgase bei uns hier drinnen – Gegenverkehr der niemanden aufregt – wie ist uns ein Rätsel – uns haut es hin und wieder her – in jeder Kurve, große Steine auf denen steht Gott ist mit uns – Gott lebt – so sind wir nun im Dorf – wir leben auch – es ist das Dorf –ein Paradies – mit den wahrscheinlich dicksten Frauen der Welt – so viel Fett noch nie gesehen – Wadenfett, Bauchfett, Hals Fett, aber Sie watscheln durch die Gassen mit Stolz – nun ist es Abend –aus allen Häusern dröhnt Musik – wahrscheinlich jeder trägt einen Fisch nach Hause – es ist Karibik wie vor 50 Jahren – wir gehen zum Essen und fahren morgen weiter nach Caracas und sind in Gedanken schon bei den Angel Falls
Anna, Mauricio und Herbert

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